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Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. ©Isabella Farkasch

 

„Es waren genau 11 Tage und 12 Nächte, die sie nicht kontrollieren konnte. Wie eine Glucke suchte sie alljährlich die 12 wilden Gesellinnen – man nannte sie Rauhnächte - zu bändigen, doch jedes Jahr entwischten sie und trieben ihr Wesen fern von Gesetz und Anstand. Alljährlich musste sich die Zeit Moralapostel anhören, die sich beschwerten, dass das keine Art sei, dass so ein Beispiel die Jungen auf schlimme Gedanken bringen könne und was sich Kleinbürger sonst noch gern zusammenängstigen, wenn sie soliden Boden unter den Füßen zu verlieren glauben.“
Es waren dieselben, die immer an ihr herumnörgelten: dass sie früher viel besser gewesen sei, dass die Sitten verfielen, schneller als sie verging (als ob das ihre Schuld gewesen wäre!), dass auf sie kein Verlass sei, weil alles Mögliche mit ihr vergeht, und, obwohl sie unerbittlich verrann, sie mitunter einfach stillstand, die tickenden Uhren verhöhnend, die ihren Lauf abbildeten. (aus Als die Zeit beinahe am Ende gewesen wäre, Märchen zum 31. Dezember, 7. Raunacht)