Leseproben

aus: "Zur Nacht - traumhaft schöne Märchen für Erwachsene

 

Master the Art oder das Spiel der Elemente


Urgewalten sind unsre Gefährten, der Himmel ist unser Zelt, die Erde unsere Zuflucht.

(Eigen-Zitat aus dem ersten Märchen-Text des Buches, quasi ein Manifest der Raunächte)

 

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. ©Isabella Farkasch

Er war ein Steinblock. Lehmig umschmeichelt ragte er aus der Erde, seiner Gefährtin. Beide warteten geduldig, dass jemand sie finden und sich in sie beide verlieben würde. Denn sie waren schon eins und untrennbar miteinander verbunden.

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aus "Raunächte. Über Wünsche, Mythen und Bräuche – Märchen für Erwachsene"

 

Die Zahl 29

Die Zahl 29 wird unter anderem mit (seelischer, persönlicher) Heimat assoziiert und dem Gefühl, sie verloren oder nie gekannt zu haben. Heimat kann Familie, ein Ort, ein Gefühl, ein Glaube, eine Partnerschaft sein.

In dieser 5. Raunacht (Anm: 29. Dez.), die orakelhaft für das mögliche Geschehen des Monats Mai erlebt und gedeutet werden kann, können Sie herausfinden, was Heimat für Sie bedeutet, ergründen, wo oder wodurch bzw. mit wem Sie sich zuhause fühlen. Letztendlich geht es darum, Heimat in uns selbst zu finden, unseren Anker in der All-eins-Seele. Damit ist gleichzeitig umrissen, womit Menschen, die eine 29 in ihrem Geburtsdatum bergen, konfrontiert sind: sich überall und nirgends zuhause fühlen, voller Sehnsucht nach dieser inneren Heimat. Sie fühlen sich verantwortlich für alles Leid und alles Glück der Menschen in ihrem Umfeld bis hin zu allen Lebewesen auf der Erde. Ein übersteigertes Selbstbild, hinter dem sich der Seelen-Wunsch verbirgt, narzisstische Persönlichkeitsanteile zu transformieren.

 

Narziss, der Archetypus der griechischen Mythologie, kann die ihm geschenkte Liebe der Nymphe Echo nicht annehmen und verliebt sich stattdessen immer mehr in sein eigenes unerreichbares Spiegelbild. Wenn er sich diesem nähert, löst es sich im spiegelnden Gewässer auf. (Anm.: Er erkennt aber nicht, dass er es selbst ist, d.h. er ist also nicht selbstverliebt, zumindest nicht bewusst. Das entspricht dem mangelnden Selbstwertgefühl narzisstisch veranlagter Persönlichkeiten. Das außerpersönliche Idealbild erscheint als unerreichbar. Und sobald Nähe, Berührung stattfindet, wird sie zerstört). Die 29 fordert uns auf, diese Verfehlung der Ichbezogenheit wiedergutzumachen, zu transformieren. Es gilt, den feinen Unterschied zwischen Selbstverliebtheit und liebevoller Zuwendung zu begreifen, ins bedingungslose Annehmen der eigenen Unvollkommenheit zu wachsen. Das macht fähig, die Liebe anderer anzunehmen und die Mitmenschen ebenso zu lieben. Der zentrale Satz des Neuen Testamentes „Liebe deinen

Nächsten wie dich selbst“ birgt für mich diese Botschaft in sich: Ich werde für andere nur so gut sorgen können, wie ich für mich selbst zu sorgen bereit bin.

Der junge Sonnensohn (Anm.: Hier beziehe ich mich auf das im Buch vorangehende Märchen des Kapitels zum 29. Dezember)  will nicht nur um seiner selbst willen Abenteuer erleben, Erfahrungen sammeln, sondern ebenso, um andere glücklich zu machen. Mut und unternehmerischer Geist, Freude, Begeisterung für alles, was wir auf unserem Lebensweg entdecken, bringen die Leichtigkeit, mit

der jede Herausforderung bewältigt werden kann.

 

Diesen Text stelle ich am 7. April 2019 online, auf Grund einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema Narzissmus und seinen Auswirkungen.

Dazu erschien auch ein Forumbeitrag, in dem ich auf die Hintergründe aber auch denkbaren Heilungsweg eingehe.

6. Jänner, Epiphanie; Ende der Raunächte, vorausschauender Überblick auf das gesamte Jahr

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Der 6. Jänner zählt nicht mehr zu den Rauhnächten. Er kann aber auch, als 13. Tag, symbolisch für Christus gesehen werden, der als dreizehnter mit seinen zwölf Aposteln die Botschaft der Wandlung (Transformation = 13) zur Liebe in die Welt brachte. Es ist das Fest der Epiphanie, der Erscheinung des Herrn, orthodoxe Christen feiern Weinachten an diesem Tag , in Italien bringt die Befana den Kindern Geschenke. Es gibt 12 Monate, 12 Sternzeichen des Tierkreises, alte Maßeinheiten wie das Dutzend basieren auf der 12. Die 13 steht also für die Kraft außerhalb der Norm, mit ihr endet alles und erneuert sich gleichzeitig, der Phönix verbrennt und steigt neugeboren aus seiner Asche empor.

Diese quasi 13. Rauhnacht erlaubt angeblich eine Gesamtprognose für das gerade neu geborene Jahr. Deshalb seien an dieser Stelle einige Rituale und Orakel-Methoden geschildert, die eher für bereits erfahrene Raunachtsübende eine Anregung sein können, aber vermutlich sind sie einfach nur schrullige Geschichten, ein guter Start in die Zeit des Faschings.

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Raunächte - was Sie im Buch nicht finden werden, aber ebenso spannend ist

An dieser Stelle finden Sie Texte, die in meinem Buch: Raunächte – über Wünsche, Mythen und Bräuche, Märchen für Erwachsene" keinen Platz mehr fanden. Ergänzende Informationen oder Geschichten, die  erst nach Drucklegung den Weg zu mir fanden wurden teilweise zu neuem Material für das aktuell entstehende Buch Raunächte  - ein Kochlesebuch (s.o.)

Nachfolgend eine Leseprobe, eine Geschichte für den Tag nach den Raunächten, den 6. Jänner, an dem in unserer Zeit das Fest der "Heiligen Drei Könige" gefeiert wird.

Die Percht ist mit ihrer Wilden Jagd wieder in ihr Reich gezogen, das Treiben der Zeiten zwischen den Zeiten ist zu Ende, so wird es erzählt. In Österreich ist dieser Tag  ein Feiertag, kurze Ruhepause, bevor der Alltag wieder beginnt.

 

Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie dieses Märchen, vielleicht macht es Lust auf die 15 anderen, die im Buch zu den Raunächten zu lesen sind. Gerne können Sie es direkt bei mir bestellen, ich schicke es mit persönlicher Widmung zu. Erschienen im Goldeggverlag. € 19,95 zzgl. Versand  € 4,- (Inland), ISBN 978-3-902991-85-0

mehr zum Schnupper-Lesen, Zitate aus dem Buch -

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„Es waren genau 11 Tage und 12 Nächte, die sie nicht kontrollieren konnte. Wie eine Glucke suchte sie alljährlich die 12 wilden Gesellinnen – man nannte sie Rauhnächte - zu bändigen, doch jedes Jahr entwischten sie und trieben ihr Wesen fern von Gesetz und Anstand. Alljährlich musste sich die Zeit Moralapostel anhören, die sich beschwerten, dass das keine Art sei, dass so ein Beispiel die Jungen auf schlimme Gedanken bringen könne und was sich Kleinbürger sonst noch gern zusammenängstigen, wenn sie soliden Boden unter den Füßen zu verlieren glauben.“
Es waren dieselben, die immer an ihr herumnörgelten: dass sie früher viel besser gewesen sei, dass die Sitten verfielen, schneller als sie verging (als ob das ihre Schuld gewesen wäre!), dass auf sie kein Verlass sei, weil alles Mögliche mit ihr vergeht, und, obwohl sie unerbittlich verrann, sie mitunter einfach stillstand, die tickenden Uhren verhöhnend, die ihren Lauf abbildeten. (aus Als die Zeit beinahe am Ende gewesen wäre, Märchen zum 31. Dezember, 7. Raunacht)